Anfänge einer tausendjährigen Geschichte Die Sachsen sind ein germanischer Stamm,
der erstmals etwa 150 n. Chr. schriftliche Erwähnung fand und sich vom heutigen Holstein
her ausdehnte. Der Name geht wohl - nach Widukind von Corvey - auf das für den Stamm typische
Kurzschwert (Sax) zurück.
Die Sachsen ein westgermanischer bzw. deutscher Volksstamm, verschmolzen mit Chauken,
Angrivariern, Cheruskern, Resten der Langobarden sowie anderen Stämmen und Stammesteilen.
Ein Teil eroberte im 5. Jahrhundert mit Angeln und Jüten England ( Angelsachsen).
Das eigentliche Siedlungsgebiet der Sachsen erstreckte sich von der Elbe und nördlich
davon bis zum Niederrhein, Hessen und Thüringen.
In dem Gebiet der Sachsen entwickelte sich ein loser Verband von vier Stammesgruppen:
Westfalen, Engern, Ostfalen und Nordalbingier, die allmählich ein sächsisches
Stammesherzogtum herausbildeten.
Grenzstreitigkeiten mit den Franken führten aber in
den Sachsenkriegen Karls des Großen (772-804) zur Unterwerfung der Sachsen ( Widukind),
erzwungenen Christianisierung und Eingliederung in das Frankenreich.
Mit dem Rückgang der fränkischen Macht entstand ein neues sächsisches
Stammesherzogtum der
Liudolfinger
(Otto der Erlauchte, 880-912).
In Herzog Heinrich I. fiel dem Haus 919 die deutsche Königskrone zu.
Die Herrschaftstradition des heutigen Freistaates geht auf die Mark Meißen zurück,
die 929 durch Heinrich I. gegründet wurde und die Otto der Große in das deutsche
Reichsgebiet einband.
Germanen hatten den Raum in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt, bevor sie im Zuge der
Völkerwanderung westwärts zogen und sich unter anderen die slawischen Stämme der
Sorben, Milzener, Lusizer, Daleminzer niederließen. Viele Ortsnamen und geographische
Bezeichnungen sind slawischen Ursprungs. Südlich von Bautzen erheben sich z.B. zwei Berge,
die noch heute auf ihre naturreligiöse Vergangenheit hindeuten: der Czorneboh
("schwarzer Gott") und der Bieleboh ("weißer Gott").
Die germanische oder deutsche Rückbesiedlung des Meißner Landes setzte im 9. und
10. Jahrhundert ein. Anschließend wurde der Grundstock für eine anhaltende wirtschaftliche
Prosperität des Landes gelegt, denn im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte sich der
Silberbergbau in der Mark Meißen unter Otto dem Reichen, der zu diesem Zweck 1180 eigens
die Stadt Freiberg gründete. Es war jedermann erlaubt, Schürf- und Abbaurechte frei zu
erwerben, wenn der zehnte Teil der beförderten Edelmetalle als Abgabe entrichtet wurde. Auf
diese Art und Weise stieg Meißen in den folgenden Jahrhunderten zum wohlhabendsten unter den deutschen Herrschaften auf.
Otto I. errichtete 961 über die Grenzgebiete an der Elbe die Billunger Mark.
Nach dem Aussterben der Liudolfinger wurde Lothar III. von Supplinburg mit dem
Herzogtum Sachsen belehnt (1106); nach dessen Tod sein Schwiegersohn, der Welfe Herzog
Heinrich der Stolze von Bayern.
Dessen Sohn Heinrich der Löwe (1142-1180) erweiterte das Gebiet bis zur Ostsee,
verlor es aber bei seinem Sturz an den Erzbischof von Köln (Herzogtum Westfalen) und an den
Askanier Graf Bernhard von Anhalt (Herzogtum Sachsen).
Der Norden und Nordwesten zerfiel in kleine Territorien. Nur das Hausgut um Braunschweig
und Lüneburg verblieb den Welfen.
Die Askanier teilten 1260 ihr Gebiet in die Herzogtümer Sachsen-Lauenburg und
Sachsen-Wittenberg. Sachsen-Wittenberg erhielt durch die Goldene Bulle 1356 die Kurwürde.
Nach dem Aussterben dieser Linie belehnte Kaiser Sigismund 1423 den Markgrafen von Meißen,
den Wettiner Friedrich I. den Streitbaren, mit Herzogtum und Kurwürde.
Aus dem welfischen Hausgut entwickelten sich die verschiedenen Linien des Herzogtums
Braunschweig, die 1692 die Kurwürde erwarben (Kurfürstentum bzw.
Königreich Hannover).