Der Adler

Der Adler
David sagt:"Du wirst wieder jung wie ein Adler."
Ps. 102 (103), 5

Der Physiologus sagt vom Adler, daß, wenn er alt wird, seine Flügel schwer werden und die Augen trübe. Was macht er nun? Er sucht eine Quelle reinen Wassers und wirft sich in den Glanz des Himmels und verbrennt seine Flügel und die Schwäche seiner Augen. Und er steigt zur Quelle hinab und taucht dreimal unter, erneuert sich und wird wieder jung.
So auch du, Neuling in der Gemeinde, wenn du das Gewand des alten Menschen hast und die Augen deines Herzens trübe sind, suche die geistliche Quelle, unseren Herren Jesus Christus, der sagt: Mich haben sie verlassen, die Quelledes lebendigen Wassers, und erhebe dich in die Höhe der Sonne der Gerechtigkeit Jesu Christus und lege ab den alten Menschen mit seinen Taten und tauche dreimal in der ewig strömenden Quelle unter, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lege ab den alten Menschen, das ist das alte Gewand des Teufels, und ziehe den neuen Menschen an, der nach Gottes Willen geschaffen ist, daß auch an dir die Verkündigung Davids erfüllt wird, die sagt:"Du wirst wieder jund werden wie ein Adler".

Eph. 4, 22; Jer. 2, 13; Mal. 3, 20; Kol. 3, 9; Matth. 28, 19

Es ist der Adler der König der Vögel. Dieser lebt hundert Jahre und wird alt. sein Schnabel wird zu groß und seine Augen trübe, so daß er nichts mehr sieht und nicht jagen kann. Er steigt endlich ganz hoch hinauf und stürtzt sich vom Felsen herab und zerbricht seinen Schnabel und badet sich im Jungbrunnen dann setzt er sich auf eine Felsspitze nach der Sonne zu, und wenn die Sonnenwärme stärker auf ihn einstrahlt, fallen ihm die Schalen von den Augen, und er wird wider jung.
So solltest auch du, Christenmensch, wenn du viel gesündigt hast, hinauf in die Höhe gehen, das ist dein Gewissen, und dich von dem Felsen stürzen, das ist der rechte Glaube, deinen Schnabel zerbrechen, das ist der Vorwurf deiner Sünde, dich im Jungbrunnen baden, das sind deine Tränen. Setze dich auf einen Stein der Sonne entgegen, das ist der Heilige Geist, der auf dich die Hitze der Reue stark werden läßt, wirf von dir die Schalen, das sind die Sünden, und erneuere dich wiederum selbst, und du wirst vor Gott gerecht genannt werden.
Schön spricht der Physiologus über den Adler.

Moses hat gesagt: "Wie ein Adler sein Nest hütet und seine Jungen liebt".

5. Mose 32, 11

Der Physiologus sagt über den Adler, daß er zwei Eigenarten hat.
Die erste ist diese:
Wenn der Adler, sei Nest baut hütet er es und paßt auf seine Jungen auf. Wenn aber das Männchen weggeht, hütet das Weibchen. Und wiederum geht das Weibchen zum Fressen, und das Mänchen hütet und läßt an sein Nest weder Tier noch eine Schlange noch einen Vogel nahe kommen, sondern hütet es sicher.
Der heilige Basilius hat gesagt: Das Nest bedeutet die Welt. Da nun unser Herr Jesus Christus auf den Kosmos sah und auf seine Jungen, das heißt die Menschen, und ihn Mitleid erfaßte, kam er auf sein Nest herab, hielt uns ab von der Irrfahrt zu den Götzenbildern und von den bluttrinkenden Juden, die die Propheten getötet haben; er verfolgte jede Schlange und bewahrte uns im rechten Glauben, so daß wir immer seine Gebote beachten und halten und uns in der Kirche aufhalten wie im Nest.

"Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich bewahrt, schlummert nicht."

Ps 120 (121), 13

Physichiologus, Frühchristliche Tiersymbolik,
© 1981 by Unions Verlag (VOB)Berlin, Lizenz-Nr. 395/3063/81, LSV 7388


Kommentar:

Der Adler als Wappengetier hat da so seine Eigenarten. Er sieht ja einen Brathänerl (für unsere lieben westliche Zuseher) oder Goldbroiler (für gelernte DDR Bürger) ähnlicher als dem Adler, den stolzen Beherrscher der Lüfte. Und, oder, sollte es an der Zunge liegen, man sieht ja das da eine gespaltene Zunge in jeden Kopf steckt, möglicherweise ist es gar eine gentechnische Manipulation.

Der moderne Physiologus würde dazu sagen: "Hallo Leute sieht das nicht gerade so aus, als hätte das Wappengetier oder "Adler?" eine Schlange und eine Viper verschluckt, ob das das die Ursache für seine Magersucht ist."

Mit germanischen Grüßen

Andreas Böttcher

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