Renate Grasselt
"Führt ehrlich Müh’n nicht heut zum Ziel, so ist kein Grund zum Jammer.
Vielleicht wuchs heut’ der Hammerstiel und morgen saust der Hammer."
A. Süpper
Der Spruch wurde geschrieben in Renates Poesiealbum von ihrem Lehrer Justus Claus,
Juni 1946.
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Mutter
Einst hab’ ich dich in fernen Jugendtagen
Gefragt: „Du Starker, warum schufest du
Mein Herz so voller Kraft und Drang zu schlagen
Als Mutterherz - und ließest es doch nicht zu,
Daß meines Wesen starke, warme Fluten
Ein Kind umschließen aus dem eignen Schoß?“
Du schwiegst. Es schlossen sich des Herzens Gluten
zusammen in ein still gefaßtes Los.
Nun, da es lange froh und still geworden,
Reckst du mit königlichem Wink die Hand:
„Sieh auf, sieh deine Kinder allerorten,
Viel tausend, tausend übers ganze Land.
Mein Volk, dein Volk, ich führ’ es dunkle Wege,
Doch auch im tiefsten Dunkel laß’ ich’s nicht.
Dir, Mutter, geb’ ich es in Hut und Pflege,
Versag ihm deines Herzen Ströme nicht.
Ich gab dir nichts, daß du dich allen gebest …“
Mir stockt das Herz: So reich, Herr, soll ich sein?
So nimm mich hin, mein Volk, daß du nur lebest!
Mein letzter Atemzug ist dein, ist dein.
Anna Schieber
"Die Familie ist es, die in unseren Zeiten not tut.
Auf der Familie ruht die Kunst, die Wissenschaft, der menschliche Fortschritt, der Staat.
Wenn Ehen nicht beglücktes Familienleben werden, so bringst Du vergeblich das Höchste in der Wissenschaft und Kunst hervor.
Du reichst es einem Geschlecht, das sittlich verkommt, dem Deine Gabe endlich nichts mehr nützt und das zuletzt unterläßt, solche Güter hervorzubringen."
Adalbert Stifter
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