NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag

Presseerklärung

"Die Frauenkirche muß auch Erinnerungsort deutschen Leids sein"

Die NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag begrüßt ausdrücklich die Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche als einem der zentralen Wahrzeichen der Elbmetropole. Ein Dank gilt allen geschichtsbewußten Dresdnern, die sich mit ihrem ganzen Idealismus für den Wiederaufbau eingesetzt haben, sowie den vielen privaten Spendern, ohne welche die Baukosten in Höhe von 130 Millionen Euro niemals hätten aufgebracht werden können. In die Freude der NPD-Fraktion über die Neueröffnung am 30. Oktober mischt sich aber auch die Sorge, ob der prachtvolle Wiederaufbau noch seiner Rolle als Erinnerungsort deutschen Leids gerecht werden kann. Der NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel, der in der Landtagsdebatte zum 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens den Begriff "Bomben-Holocaust" prägte, erklärte hierzu:

"Mit der vollständigen Rekonstruktion der Frauenkirche, die nun in einem prachtvollen neu-alten Kleid erstrahlt, ist leider auch die Gefahr eines historischen Gedächtnisverlustes an deutsches Leid verbunden. Es wäre sehr schade und erinnerungspolitisch problematisch, würde die neuerbaute Frauenkirche nun zu einem reinen Touristenmagnet wie der Zwinger oder das Residenzschloß werden, ohne die Erinnerung an die grausigen anglo-amerikanischen Bombenangriffe vom 13/14. Februar 1945 wachzuhalten. So wie die Frauenkirche jetzt wiedereröffnet wird, erinnert fast nichts mehr an die Geschehnisse von vor 60 Jahren, als Elbflorenz - militärisch völlig sinnlos - in eine Flammenhölle verwandelt wurde. Aktueller denn je ist deshalb die Forderung nach einer Sächsischen Landesstiftung ¸Opfer des Luftkrieges' und eines regulären Gedenktages, wie sie die NPD-Fraktion im Januar 2005 in einem Antrag für den Sächsischen Landtag erhoben hat."

Befremdlich findet die NPD-Fraktion, daß die Wiedereinweihungsfeier als ein lautes Medien-Happening inszeniert werden soll, bei dem die Gedächtnisspuren an die verbrecherischen anglo-amerikanischen Luftangriffe durch den Glamour des angereisten internationalen Honoratiorentums getilgt werden sollen. Während die NPD-Fraktion keine Einladung zu der Feier erhalten hat, reist nach Angaben der "Lausitzer Rundschau" ein Bischof aus Taiwan als Ehrengast an. "Auch daran erkennt man Formen der Ausgrenzung nationaler Deutscher und der skurrilen Bevorzugung des Fremden", sagte NPD-Fraktionsvorsitzender Holger Apfel.

Dresden, den 24.10.2005

Verantwortlich:
Karl Richter
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